Cheyenne

Cheyenne

Cheyenne

wie Cheyenne mit richtigem Namen heißt, weiß ich gar nicht. Sie hat es mir bestimmt mal gesagt, aber ich habe es mir nicht gemerkt. Ich vermute es würde eh niemand wissen, von wem man spricht, wenn man sich nach ihr mit ihrem bürgerlichen Namen erkundigt. Fragt man am Bahnhof Zoo aber nach Cheyenne, weiß jeder sofort wer gemeint ist.
Cheyenne ist einer der „bunten Hunde“ auf der Straße. Jeder kennt sie, oder hat von ihr gehört.
Durchsetzungsstark und dominant regelt sie ihre Angelegenheiten und lebt mit einer bunt gemischten Gruppe rund um den Bahnhof Zoo auf der Straße.

Um den Bahnhof Zoo

Cheyenne am Bahnhof Zoo

Cheyenne ist 1967 in der Pfalz geboren und aufgewachsen.
Mit 15 Jahren, sechs Monate vor End der reguären Schulzeit, hat sich die Schule ohne Abschluss verlassen. Mit allen möglichen und unmöglichen Jobs schlug Sie sich durchs Leben. Hunde ausführen schon mit 14. Ab dem 20. Lebensjahr dann Konzertaufbau, Waldarbeiterin und Autoscooter auf dem Rummel, u. a.. Oftmals, bei diesen harten, körperlichen Jobs, die einzige Frau unter lauter Männern.
Mit 25 landete sie in Köln und wurde Heroin abhängig. Nach fünf Jahren Drogenmissbrauch hat sie ganz alleine einen kalten Entzug gemacht und ist bis heute clean. Anschließend hat sie im Westerwald, im Taunus und in der Eifel gelebt. In der Eifel hat sie auf einem Pferdehof gearbeitet und Westernreiten gelernt.
Danach hat Cheyenne 10 Jahre in Bingen mit einem Mann zusammen gelebt. Aus der Zeit erzählt sie so gut wie nichts, außer dass es noch einen gemeinsamen Hund der, der aber beim Ex geblieben ist.
2010 hat sie vor Gericht, statt von ihrem Schweigerecht Gebrauch zu machen, eine Falschaussage zu Gunsten Ihres Bruders gemacht und wurde dafür zu 8 Monaten auf Bewährung verurteilt. Nachdem Sie gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hatte, wurde 2012 ein Haftbefehl gegen sie erlassen. Bei einer Routinekontrolle wurde sie 2014 festgenommen und musste von 26.11.2014 bis 24.7.2015 die acht Monate Haft absitzen. Nach der Haftentlassung war sie vier Tage bei einer Freundin in Bayern und tauchte Ende Juli 2015 nach Berlin.
Im Moment fühlt sie sich sehr wohl. Die Gruppe, mit der Sie unterwegs ist, ist jetzt ihre Familie. Sie sorgen füreinander und stehen zueinander. Einer für Alle, Alle für Einen…..
Für den kommenden Winter will sie sich noch etwas einfallen lassen. Auf der Straße möchte sie im Winter nicht schlafen. Im Prinzip hat sie Anspruch auf Hartz 4 und damit auch auf eine Wohnung. Aber so genau weiß sie noch nicht, was sie machen möchte. In eine Wohnung könnte Sie ja ihre „Familie“ von ca. 13 Mann, schlecht mitnehmen.

Seit ein paar Tagen hat Cheyenne nun einen Hund und schläft in einem besetzten Haus, mit ein paar Punks und anderen Obdachlosen.

Aus dem Haus wurden sie nach kurzer Zeit vertrieben und sind zurück zum Bahnhof Zoo gekommen. Dort schlafen und wohnen sie nun unter einer Brücke. Seit in der Bahnhofsmission am Zoo das Hygienecenter eröffent hat gibt es nun auch Toiletten und Duschmöglichkeiten, was den Aufenthalt sehr viel angenehmer gestaltet.
Inzwischen ist es Juli 2016, Cheyenne ist seit einem Jahr hier und lebt noch immer mit Ihrer Familie unter der Brücke am Bahnhof Zoo. Die Familie ist natürlich kein fester Verband, sondern es gibt immer mal wieder Veränderungen. Einige finden neue Freunde und ziehen weiter, andere müssen eine Haftstrafe absitzen, mit wieder anderen verkracht man sich einfach. Dafür stoßen immer mal wieder auch neue Mitglieder zur „Familie“ hinzu.
Wie ich inzwischen weiß leidet Cheyenne unter einem Borderline Syndrom, was sich mal mehr, mal weniger bemerkbar macht.
Zwischendurch hatte Cheyenne zwei Hund, von denen einer irgendwann eingeschläfert musste, was sie psychisch sehr mitgenommen hat.

Inzwischen hat die „Familie“ die Gegend um die Bahnhofsmission fest im Griff und bestimmt was passiert, oder nicht. Das dies nicht jedem gefällt ist klar und so gibt es immer wieder Stress, Ärger, speziell wenn Drogen und Alkohol im Spiel sind.

 

September 2016: Cheyenne und Ihre Familie, die permanenten Änderungen unterworfen ist, und auch ich nicht immer den Überblick habe, wer gerade Teil der Familie ist, oder auch nicht, schläft jetzt direkt vor der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo. Ihr Platz unter Brücke in der Hertzallee wurde vom Bezirksamt geräumt. Wo darin nun der Vorteil für den Bezirk sein soll, dass die Gruppe nun 100m weiter um die Ecke in der Jebensstraße schläft und wohnt, erschließt sich mir nicht.

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